Reiseimpfung für kleine Kinder


Fernreise geplant?
Reiseimpfung für kleine Kinder

Ob Gelbfieber oder Hepatitis, bei Fernreisen ist ein guter Impfschutz das A und O. Das gilt natürlich auch für Kleinkinder. Aktuelle Empfehlungen für Kinder unter 5 Jahren hat kürzlich das Robert Koch-Institut herausgegeben.

Grundimmunisierung muss sein

Säuglinge und Kleinkinder unter fünf Jahren sind bei Infektionen generell stärker gefährdet als Erwachsene und Jugendliche, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Deshalb sollte jedes in Deutschland lebende Kind gemäß den STIKO-Empfehlungen durchgeimpft sein. Diese Grundimmunisierung schützt auch gegen Erkrankungen, die einem auf Auslandsreisen begegnen können – wie etwa Poliomyelitis, Tetanus oder Hepatitis B. Für Reisen in Risikogebiete, in denen Gelbfieber und Tollwut drohen, sollten sich Eltern frühzeitig um den passenden Impfschutz für ihren Nachwuchs bemühen.

  • Gelbfieber: Kinder über neun Monaten dürfen gegen Gelbfieber geimpft werden. Damit die Impfreaktion nicht abgeschwächt wird, ist allerdings zu anderen Lebendimpfungen (Impfungen mit abgeschwächten Erregern, wie beispielsweise die Masernimpfung oder die Grippeimpfung) ein Abstand von vier Wochen einzuhalten. Sechs- bis neunmonatige Kinder dürfen nur in Ausnahmefällen wie etwa einem Gelbfieberausbruch geimpft werden. Für Kinder unter sechs Monaten ist sie verboten, weil bei ihnen die Gelbfieberimpfung das Risiko für eine impfbedingte Gehirnentzündung und andere neurologische Komplikationen erhöht.
  • Hepatitis A. Ob Ägypten oder die Tropen, für viele Reiseziele wird die Impfung gegen Hepatitis A empfohlen. Ab dem vollendeten 1. Lebensjahr ist das auch bei kleinen Kindern möglich. Und sinnvoll, wie das RKI betont. Zwar erkranken die Kleinen meist nicht schwer an der Hepatitis A. Sie scheiden aber die Viren besonders lange aus und können daher nach ihrer Rückkehr Ausbrüche in ihrer Umgebung verursachen. Mit einer Impfung lassen sich Infektion und Ausscheidung vermeiden.
  • Meningokokken. Laut STIKO sollen in Deutschland lebende Kinder gegen Meningokokken der Serogruppe C geimpft sein. Sind Reisen in den Meningitisgürtel (Gebiet in Afrika vom Senegal quer über den Kontinent bis nach Äthiopien) geplant, empfiehlt das RKI die Meningokokkenimpfung mit einem Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y.
  • Tollwut. Ein hohes Tollwutrisiko besteht in Afrika, Mittel- und Südostasien. Häufige Quelle sind an Stränden herumstreunende Hunde. Kinder sind aufgrund ihres Spielverhaltens und ihrer Körpergröße besonders gefährdet, gebissen zu werden. Die hoch wirksame und gut verträgliche Tollwutimpfung schützt vor der Infektion und darf in jeder Altersklasse verabreicht werden. Das RKI rät deshalb bei Reisen in Tollwutgebiete dringend zur Impfung.
  • Typhus. Kinder erkranken auch leichter an Typhus als Erwachsene. Bei Reisen in Endemiegebiete (Afrika, Südostasien) ist für sie eine Impfung sinnvoll. Der Impfstoff zum Schlucken ist allerdings erst für Kinder ab fünf Jahren zugelassen. Für kleinere Kinder ab zwei Jahren gibt es jedoch einen Typhusimpfstoff, der gespritzt werden kann.


Quelle: Epidemiologisches Bulletin

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